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Hongkong und Macau, Sonderverwaltungszonen im Reich der Mitte
Text und Fotos: Eckart Winkler, Bad Nauheim, http://www.eckart-winkler.de
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Allgemeine und touristische Informationen zu China

 

Hongkong: Brennpunkt zwischen Ost und West, Einkaufsparadies, faszinierende Skyline, moderne Architektur - Macau: Stadt der Spielcasinos, Kolonialarchitektur, alte Kirchen und Tempel

Statistik
Datum der ReiseJuli 1999
Dauer4 Tage
Bericht online seit10.01.2000
Aktualisiert am12.05.2005

Von den einstigen Handelsniederlassungen an der Südküste Chinas sind bis ins 20.Jhdt. nur das britische Hongkong und das portugiesische Macau übriggeblieben. Die früheren Kolonialmächte verzichteten jedoch auf weitergehende Ansprüche, so daß in den 80er Jahren des 20.Jhdts. Rückgabeverträge mit China abgeschlossen wurden. Demgemäß wurde Hongkong 1997, Macau 1999 an das Land der Mitte zurückgegeben.

Bedingung war jedoch, daß beide noch für 50 Jahre politische Selbständigkeit, ein eigenes Finanzsystem und eine eigene Währung behalten sollten. Aus diesem Grund haben beide heute den Status einer Sonderverwaltungszone, und man muß immer noch mit dem Paß ein- und ausreisen. Mit dem regelmäßig verkehrenden Schnellboot benötigt man etwa eine Stunde von Hongkong nach Macau und umgekehrt.

 

Hongkong, Kowloon
Straße bei Tag Typische Straße in Kowloon.
Kowloon bildet das Zentrum Hongkongs auf dem Festland. Meist kommt man hier an, und vor allem wirkt Kowloon noch ursprünglicher als etwa Victoria auf Hongkong Island. Kowloon bedeutet übersetzt "Neun Drachen". Mittelpunkt ist die Nathan Road, die sich vom Star Ferry Pier schnurgerade nach Norden zieht. Der Kowloon Park ist eine schöne Gartenanlage. An verschiedenen Stellen sind Kunstwerke zu bestaunen, und sogar ein Schwimmbad gibt es hier. Am Ocean Terminal legen die Schnellboote nach Macau an, aber auch riesige Kreuzfahrtschiffe. Im Inneren wird man eher an einen Flughafen erinnert, auch sind hier nahezu 100 Geschäfte zu finden.
Straße bei Nacht Kowloon bei Nacht.
Nicht daß es in Kowloon bei Einbruch der Dunkelheit ruhig würde. Nein, ganz im Gegenteil: Da geht es erst so richtig los. Das Menschengewimmel nimmt erst nach Mitternacht ab, und etwas zu essen oder zu trinken findet man immer. Mindestens bei 7-Eleven. Dunkel wird es aufgrund der beleuchteten Reklameschilder nur in wenigen Straßen. Zu empfehlen der chinesische Nachtbasar in der Temple Street. Hier ist alles zu bekommen, was man sich vorstellen kann. Die angebotenen Markenartikel sind natürlich alle gefälscht. Aber die Hauptsache, man erhält sich seine Illusion.
Peninsula Das Peninsula, das teuerste Hotel Hongkongs.
Dabei ist es nicht nur teuer, sondern es ist auch berühmt, eine Legende. Eröffnet 1928, bietet es heute Luxus pur. Und das sind nicht nur die Zimmer und Suiten. Nein, das Peninsula nimmt für sich auch in Anspruch, seine Restaurants und Bars zu den exklusivsten des Kontinents zählen zu dürfen. Ebenso luxuriös der Wellness-Bereich, und als Gast kann man sich wahlweise von einem Wagen der umfangreichen Rolls-Royce-Flotte durch die Stadt fahren lassen oder gar per Hubschrauber die Gegend erkunden. All das werden sich Normalverdiener natürlich nie leisten können.

Hongkong, Insel Hongkong
Skyline Auch bei schlechtem Wetter beeindruckt die Skyline.
Am schönsten zu sehen in der Umgebung des Star Ferry Piers in Kowloon. Noch beeindruckender natürlich bei schönem Wetter und vor allem bei Dunkelheit. Das Pendant zu Kowloon auf der Insel Hongkong heißt Victoria, und dies zu Ehren von Königin Victoria, die gerade regierte, als ihre Untertanen die Insel 1841 in Besitz nahmen. Von den Einheimischen wird Victoria aber meist nur "Central" genannt. Unbedingt zu empfehlen ist auch ein Besuch des Victoria Peak, der im Hintergrund zu sehen ist. Entweder mit der Peak Tramway oder zu Fuß. Das ist dann aufgrund des meist schwülen Klimas eine schweißtreibende Angelegenheit. Die Aussicht macht das aber wieder wett. Sie gilt als eine der schönsten der Welt.
Star Ferry Übersetzen sollte man schon mit der Star Ferry, einer Institution in Hongkong.
Die Überfahrt dauert nur zehn Minuten, aber man hat schöne Ausblicke. Auf dem Unterdeck ist es billiger, dafür muß man es passend haben. Auf dem Oberdeck ist es demzufolge teurer, aber man sieht besser. Der erste regelmäßige Bootsverkehr fand hier bereits 1888 statt. Die Star Ferry Company wurde dann etwa 10 Jahre später gegründet. Bezeichnenderweise hatten alle Schiffe das Wort "Star" im Namen, also etwa "Morning Star" oder "Evening Star", und so lag der Name der Reederei nicht fern. Diese Tradition ist bis heute beibehalten. Das erste dieselgetriebene Schiff erhielt 1933 den Namen "Electric Star" (bis dahin war man mit Kohle gefahren), und die letzten Neuanschaffungen wurden auf "Golden Star" und "World Star" getauft.
Statue Square Das einzige historische Gebäude Hongkongs steht am Statue Square.
Es ist das Court House, das frühere Gerichtsgebäude. Der Statue Square hingegen ist als kleiner Park schön angelegt. Ein beliebter Treffpunkt. Vor allem gegen Mittag kommen viele Angestellte der umliegenden Banken und Firmen hierher, um die Mittagspause zu verbringen.
Glitzer-Architektur Die Spiegel- und Glitzerarchitektur hat hier schon lange Einzug gehalten.
Ein in Nordamerika und Europa schon lange herrschender Trend: Jeder neue Wolkenkratzer möchte die bisherigen in den Schatten stellen. Sei es durch die höchste Höhe, sei es durch die ungewöhnlichste Form, sei es durch die glitzerndste Fassade. Einen solchen Wettbewerb gibt es auch in Hongkong. Und ob nun die Hongkong & Shanghai Bank, die Bank of China oder ein anderes Gebäude als Sieger daraus hervorgeht, mag jeder für sich selbst entscheiden.
Wolkenkratzer bei Nacht Bei Nacht wird an der Beleuchtung meist nicht gespart.
Aber Beleuchtung war gestern. Heute wird von vielen Wolkenkratzern eine wahre Lichtershow geboten, denn mehr und mehr setzt man auf bewegte und farbige Lichteffekte. Diese sind - wie gesagt - von Kowloon aus am eindrucksvollsten zu beobachten.
Typische Wohntürme Knapp ist nur der Platz: Die typischen Wohntürme.
Und die gibt es in Victoria wie in anderen Teilen Hongkongs gleichermaßen. Das, was auf den ersten Blick wie sozialer Wohnungsbau anmutet, ist es zwar manchmal auch. An anderen Stellen verbergen sich jedoch auch Luxuswohnungen dahinter, und so eine Anlage ist dann mittels Pförtner und Wachdienst gut abgeschottet.

Macau
Hotel Lisboa Das Hotel Lisboa: Wegen seiner Spielcasinos kommen die meisten Besucher nach Macau.
Das war schon jahrzehntelang so. Jetzt aber soll Macau zur asiatischen Casinometropole ausgebaut werden. Dies wird begünstigt durch die Tatsache, daß das Glücksspiel im übrigen China verboten ist. Ein neues Casinohotel, das Sands, entstand bereits für 240 Mio US$. Weitere sollen folgen, und in wenigen Jahren soll so eine echte Konkurrenz für das amerikanische Las Vegas entstehen. Denn man hat festgestellt, daß Chinesen mindestens so begeisterte Spieler sind wie die Amerikaner. Demzufolge hofft man auf ein Milliardengeschäft. Ob dieser Trend Macau gut tut?
Senado Der Senado ist der Mittelpunkt Macaus.
Der Platz ist benannt nach seinem auffälligsten Geäude, dem Leal Senado, Sitz der Verwaltung. Es ist im portugiesischen Stil erbaut und besitzt einen schönen Innenhof. Auch die anderen Gebäude am Platz sind prunkvoll und schön restauriert. Zusammen mit dem Grün in der Mitte ergibt sich eine angenehme Atmosphäre. Hier hält man sich gerne auf und trinkt einen Kaffee.
Sao Paulo Die Kathedrale São Paulo wurde 1835 durch einen Taifun und ein nachfolgendes Feuer zerstört.
Die stehengebliebene Fassade ist heute das Wahrzeichen Macaus. Die Kirche wurde aber nicht von Portugiesen erbaut, sondern von japanischen Katholiken, die vor den Christenverfolgungen in ihrer Heimat geflohen waren und hier Zuflucht gefunden hatten. Bauzeit war 1620-37. Aus kunsthistorischer Sicht ist die Fassade heute sicher eine der Hauptattraktionen der Stadt.
Ma Kok Miu Der Tempel Ma Kok Miu wurde zu Ehren der Göttin Ama errichtet.
Er stammt aus dem Jahr 1300 und war in früheren Zeiten ein Wahrzeichen der Gegend. So ist es nicht verwunderlich, daß die hier verehrte Göttin sogar namensgebend für die Stadt wurde: Aus "Ama Gao" (Hafen der Ama) wurde im Laufe der Zeit "Macau". Der Tempel darf betreten werden, und einen kleinen Rundgang sollte man sich nicht entgehen lassen.
Brücke Brücken führen zu den vorgelagerten Inseln.
Auch die Inseln Taipa und Koloan gehören zu Macau, und sie sind durch zerbrechlich wirkende Brücken miteinander und mit dem Festland verbunden. Diese könnten allerdings bald überflüssig werden. Der Platz in Macau ist nämlich sehr knapp, und so wird schon seit Jahren dem Meer durch Entwässerung neues Land abgerungen. Im Zuge des Baus weiterer Casinos soll der Bereich zwischen Taipa und Koloan trockengelegt werden, es soll dort der "Cotai Strip" nach Las-Vergas-Muster entstehen. Vielleicht sind beide Inseln bald Teil des Festlands.

 

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